Runder Tisch zum Thema Koproduktion in der Planung auf dem WPSC26

Ziel des runden Tisches war es, Erfahrungen aus verschiedenen europäischen Ländern – wie dem Vereinigten Königreich, Italien, Deutschland und Spanien – zusammenzutragen, um zu untersuchen, wie Koproduktion zur Bewältigung aktueller Herausforderungen in ganz Europa beitragen kann. Der runde Tisch befasste sich sowohl mit Koproduktion, die von städtischen sozialen Bewegungen von bottom-up initiiert wird, die das Recht einfordern, städtische Räume mitzugestalten, als auch mit der vom öffentlichen Sektor angeregten Koproduktion bei der Planung auf Nachbarschaftsebene. Koproduktion bezeichnet den aktiven Beitrag sowohl des öffentlichen Sektors als auch der Bürger*innen zur Bereitstellung öffentlicher Güter und Dienstleistungen und kann ein geeigneter Ansatz für ein breites Spektrum von Themen wie öffentlicher Raum, Wohnen, Lebensmittelversorgung oder medizinische Versorgung sein. Vermittler*innen zwischen dem öffentlichen Sektor und den Bürger*innen – wie Berater*innen, Forscher*innen und NGOs – spielen in diesem Prozess eine entscheidende Rolle. Die Referent*innen sehen die größten Vorteile dieses Ansatzes in fragilen Stadtvierteln und als Mittel, um Menschen einzubeziehen, die sonst nicht an Entscheidungen beteiligt wären, die ihr Lebensumfeld betreffen. Um die Koproduktion langfristig aufrechtzuerhalten, sind Ressourcen für die Moderation, Vertrauen zwischen den Akteur*innen und eine Professionalisierung von unten erforderlich. Die Koproduktion nimmt je nach lokalem Kontext und Zusammensetzung der Stakeholder unterschiedliche Formen an; soziale Netzwerke sowie der Austausch von Strategien und Beispielen können jedoch dazu beitragen, koproduktive Praktiken in ganz Europa und darüber hinaus zu fördern.
Wir möchten unseren Referent*innen Francesca Bragaglia, Laura Calbet und Gavin Parker dafür danken, dass sie ihre Gedanken und Erfahrungen in dieser anregenden Diskussion mit uns geteilt haben.




